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Posts Tagged ‘Wehrmacht’

Wie umfassend die Eingriffe des Menschen im Dritten Reich waren, dokumentiert eine Postkarte aus der Zeit davor: Die heutige Mole fehlt, der Hafen befand  sich dort, wo unter der Leitung der Wehrmachts ein neuer Deich gebaut wurde. Ebenso fehlen der westliche Seedeich und die großen Rollfelder des Militärflughafens.

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Schulleiter Windemuth dokumentiert in seiner handschriftlichen Chronik auch einen Brief des Kommandos der Marinestation der Nordsee in Wilhelmshaven, vom 24. Oktober 1940. Betreff: Bewaldung der Nordseeinseln. Darin heißt es: Anlässlich von Geländeerkundungen (im Original schlecht lesbar) durch den Oberfestungsbaustab beim Kommando der Marinestation der Nordsee auf den Inseln Terschelling und Vlieland fiel, besonders von der Luft aus, stark der Unterschied zwischen den holländischen und deutschen Nordseeinseln auf. Die Inseln Terschelling und Vlieland haben im Gegensatz zu deutschen Inseln umfangreiche Waldungen, die den Inseln ein wesentlich anderes Bild geben, als die nüchternen Dünenlandschaften der deutschen Nordseeinseln. Da naturgemäß eine bewaldete Insel beim Bau von Kampfanlagen bessere Möglichkeiten für die Tarnung und die Einfügung in die Landschaft bietet, ist der Gedanke erwogen, ob sich nicht auch für die deutschen Nordseeinseln eine Bewaldung durchführen ließe.

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Kurios mutet der Eintrag von Schuldirektor Windemuth vom 31. Januar 1941 an. Vor einem Jahr hat Deutschland Polen überfallen, die Westmächte ihm daraufhin den Krieg erklärt. Jetzt befindet sich das Land im Luftkrieg mit England, als Windemuth etwas ganz anderes Sorgen bereitet. Er befürwortet in einem Schreiben des Langeooger Bürgermeisters Wagner an den Landesfremdenverkehrsverband Ostfriesland dessen Vorschlag, auf der Insel einen „Nordseegarten“ analog dem „Alpenpflanzgarten“ auf dem Brocken anzulegen. Begründung im Schreiben: Bei den Bauarbeiten der Luftwaffe und Marine und späteren Erweiterungen (Original unleserlich) besteht sehr große Gefahr, dass ein großer Teil hier beheimateter Pflanzen (unleserlich) verdrängt oder aber in ihrem Lebensraum so beschränkt werden, dass die Gefahr besteht, sie auch noch an diesem letzten Platze zu verlieren. Große (unleserlich) schöne und reiche Gebiete sind schon verloren und bei weiteren Arbeiten kann und wird auch auf die Daseinsberechtigung der Pflanzen keine Rücksicht genommen werden. Ich betrachte es als eine Pflicht der lebenden Generation hier zu retten, was noch zu retten ist. Bei dieser Aktion kann ein solcher Garten, der nicht jedermann zugänglich ist, viel Nützliches leisten. Ein entsprechendes Stück Umland bei der Heerhusdünen wäre dazu  sehr geeignet, weil es Dünengelände und (unleserlich) Boden enthält. Die Aufstellung einer Pflanzenliste erübrigt sich hier vorerst, wichtig wäre vor allem erst die Sicherung des Grundstücks beim Fiskus.“ Dem Vorschlag von Herrn Windemuth entsprechend möchte ich die Anlegung eines Nordseegartens in die Wege leiten. Heil Hitler gez. Dr. Wagner (mehr …)

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Internatsgymnasium von obenNach einem Bericht des General-Anzeigers in Rhauderfehn konnten die Verursacher des Feuers im ehemaligen Wehrmachts-Verwaltungsgebäude und späteren Internats auf Langeoog ermittelt werden. Das Gebäude ähnelt aus der Luft einem halben Hakenkreuz und tatsächlich hieß es unter uns Schülern immer, die Wehrmacht habe das Gebäude ursprünglich als vollständiges Hakenkreuz geplant. Aber womöglich waren das haltlose Vermutungen, denn es gibt gute Argumente, die dagegen sprechen (siehe Kommentar von Hendrik Tongers).

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Gisela Hennig kam nach dem Krieg nach Langeoog und lebt bis heute auf der Insel. Sie verfasste die Autobiographie „Ein Leben wie Ebbe und Flut“ (siehe Literaturliste), in der sie ihre ersten Jahre auf der Nordseeinsel dokumentierte. Für dieses Blog von Interesse ist Ihre Schilderung bei der Anklunft auf der Insel am 1. Juni 1949 (Seite 18): Eine riesige schwarze Fläche zog sich vom Hafen bis fast zu den Dünen und dem Dorfrand entlang. Kein Hälmnchen Gras, kein Busch, kein Baum! Eine Mondlandschaft aus Asphalt, aufgepflügt in mächtigen Schollen – eine ehemaliger Militärflugplatz! Überall Reste des vergangenen Krieges: alte Baracken, Splitterschutzgräben, Bunker. Die breiten betonierten Landebahnen halbseitig aufgesprengt.

Gisela Hennig sollte als Wirtschaftsleiterin in den neu eingerichteten Kinderheimen arbeiten. Sie berichtet davon, dass sie und die anderen Neuankömmlinge den vier verschiedenen Sozialstationen von Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Innere Mission und Deutschem Roten Kreuz zugewiesen wurden, die alle in den alten Wehrmachts-Baracken lagen (Seite 18): Mir wurde ein kleines Zimmerchen in der so genannten Wiba (Wirtschaftsbaracke) zugeteilt.

Zur weiteren Zukunft der ehemaligen Wehrmachtsbauten schreibt Hennig (Seite 25): Von der ehemaligen Wehrmacht standen mehrere Baracken zum Verkauf oder Abbruch an. Die besten wurden ihm [ihrem Mann Dieter, ON] allerdings von kundigen Insulanern vor der Nase weggeschnappt.

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