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Posts Tagged ‘Jungenschaftsjacke’

Eberhard Koebel, genannt tusk, (22. Juni 1907-31. August 1955) gründete 1929 die Deutsche Jungenschaft als Abspaltung der Deutschen Freischar. Koebel dichtete Fahrtenlieder, entwickelte die Kohte und die Jungenschaftsjacke. Nachdem Koebel im Frühjahr 1933 mit dem Vorsatz, dieses zu unterwandern in die Hitler-Jugend eingetreten war, wendete er sich verstärkt der asiatischen Philosophie zu. Jürgen Ubl vom „Überbündischer Stammtisch Stuttgart“ schreibt in seiner Abhandlung „Politische Spurensuche“ vom 26.10.2007:

Im Sommerlager der Deutschen Jungenschaft auf der Insel Langeoog übt man sich neben regelrechten militärischen Exerzierübungen in geistiger Kontemplation und Kunsthandwerk, Zen-Studien, Haikus und Tuschemalerei. Ganz im Sinne von „Forscher, Künstler, Krieger“ einem Eisbrecher-Titel (Heft 6/1933). Es soll eine Haltung geboren werden, welche die Jungen stark macht gegen den Totalitarismus. In den 11 Heften der Kiefer (von Günther Wolff verlegt) vollzieht sich die „gedachte“ Wandlung der Deutschen Jungenschaft vom Bund über den Orden hin zu einer Art Konfession. In den veröffentlichten Stücken, aus dem Japanischen oder Englischen übersetzt, wird eine Art „stoischer Opfermut“ projiziert, mit einer eigenartigen Verbindung zur Vasallentreue. Zu verstehen ist dies in Kontext zur namensgebenden Kiefer, dem japananischen Sinnbild von Treue und Beständigkeit; Treue, die durchgehalten wird, ungeachtet der scheinbaren Konzessionen gegenüber den aktuellen Machthabern. Die aber im Innersten weiter zu den einmal als verpflichtend erkannten Werten steht.

Ubl verweist anschließend auf die praktischen Übungen zur Theorie der Kiefer im Langeoog-Lager 7/33. Was diese Quelle genau bezeichnet ist dabei nicht klar. Die vollständige Arbeit von Jürgen Ubl finden Sie hier.

In Ausgabe 12/1933 des „Eisbrechers“ findet sich die noch die Bildunterschrift: „Langeoog-Lager: Freizeit bei den Berliner Kohten.“ Auf S. 314 ff. ist der Bericht „Ein Lager an der Nordsee“ abgedruckt, auf S. 316 heißt es: „Die andre Nacht war aufpeitschende Rede. Der Sturm kam von draußen übers Meer gereist, jagte die Wellen vor sich her, rannte über den Strand, raste die Dünen hinauf, fing sich dort oben und stürzte sich hinunter auf unsere Jurte (Siehe Zeichnung!). Aber da lag die „technische Nothilfe“ in Uniform und Stiefeln. Sie sind am Ziehen, Herr Sturm, dann kommen wir. Aber der Sturm brüllte nur. Brechen Sie uns doch ein Spannseil! Knicken Sie eine Stützstange! Zerreißen Sie ein Kohtenstück! Fast alle schliefen in der Jurte. Der Puaschu fasste die ganze „Teno“.

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