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Posts Tagged ‘Chronik’

Langjährigen Wünschen der Gäste und der Bevölkerung folgend ist in diesem Sommer ein schmuckes Kindergartengebäude entstanden. Es liegt neben dem Warmbad nahe dem Ortsrand, damit die Kinder bei günstigem Wetter so viel als möglich in der Strandburg des Kindergartens vor allem bei schlechtem Wetter aber noch schnell des schützende Heim aufsuchen können. Das Heim steht im gemeinsamen Eigentum des Klosters Loccum und der Gemeinde, die die Baukosten von 10.000 RM (Reichsmark, ON) zu 3/4 bzw. 1/4 aufgebracht haben. betrieben wird der Kindergarten durch die NSV (Nationalsozialistische Volkswohlfahrt, ON), die auch die gesamte Einrichtung des Hauses übernommen hat und die laufenden Ausgaben bestreitet.

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2008 feiert der Turn- und Sportverein TSV Langeoog sein 100-jähriges Bestehen. Anlässlich des Jubiläums wurde ein kurzer geschichtlicher Abriss veröffentlicht, der sich vor allem der Gründung widmet und die „unangenehmen“ Jahre 1933 bis 1945 nahezu komplett ausspart. Zitat: „Von den Jahren des Zweiten Weltkrieges sind wenige Aufzeichnungen vorhanden, es wurde jedoch auch weiterhin Sport angeboten und betrieben.“ Trotzdem enthält die Chronik eine für die in diesem Blog maßgebliche Fragestellung interessante Stelle : „Nach dem Krieg übernimmt Fritz Wagner die Leitung, ihm folgt 1924 Heinrich Wissmann. Von 1926 bis 1931 übernimmt Arthur Nolze die Führung, ihm folgt Peter Hasch.“

Der TSV schweigt sich darüber aus, wie lang Peter Hasch diese Position bekleidete – allein das macht stutzig. Aber es gibt einen konkreten Hinweis zu seiner Person: Im Einleger des Langeoog-Prospekts von 1938 wird Peter Hasch als Besitzers von Haus Margareta, Hausnummer 148, Adolf-Hitler-Straße, aufgeführt, das an anderer Stelle im selben Prospekteinleger als Sitz der NDSP-Geschäftsstelle bezeichnet wird.

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Der Münchner Bruckmann Verlag brachte 1937 im Rahmen der Reihe „Deutsche Meisteraufnahmen“ das Fotobüchlein „Nordsee-Menschen“* auf den Markt, in dem die Fotografin Erna Lendvai-Dircksen ihre Bilder von den Archetypen der „arischen Rasse“ zeigt. Die abgebildeten Personen werden bezeichnet als „friesische Herrenbauern“, „als reine Form der Rasse“, als „Stammcharakter“ oder „nordische Erscheinungsart“. Das Foto eines Jungen wird wie folgt beschrieben: „Der langschädelige Kopf drückt den Angriff aus, der im Blick des friesischen Menschen seinen stärksten Brennpunkt findet.“ Von hier ist es nur ein kleiner Schritt bis zu Schädelvermessung, die die Nationalsozialisten durchführen ließen, um die Bevölkerung in verschiedenen Rassen einteilen zu können.

Bilder von den Bewohnern  Langeoogs sind in dieser Schrift nicht enthalten oder als solche gekennzeichnet. Die den Fotos voran gestellte Charakterisierung des „Nordsee-Menschen“ gibt aber einen Eindruck davon, welche Attribute im Nationalsozialismus jenem Typus zugeschrieben wurden. So seien in die Gesichter der Menschen die gewaltigen Lebenskämpfe mit der See eingeschrieben, die Härte der Natur habe an ihnen geschmiedet und noch immer seien „Durchsetzungskraft, Tapferkeit, Selbstverantwortung, Unabhängigkeitsbedürfnis – als wertvolles Erbe das Grundelement des natürlichen Herrentums-“ darin sichtbar.

Jürgen Kühnert schreibt in seiner Chronik „150 Jahre Bruckmann Verlag“, dass im Juli 1889 Friedrich Bruckmanns jüngster Sohn Hugo in die Leitung des Verlagshauses eingetreten sein, mit dessen Weltanschauung dem Verlag eine Richtung gegeben worden sei, die „das Haus Bruckmann eng mit dem Regime und der Ideologie des Dritten Reiches verstrickte.“ Hugo Bruckmann unterstützte Adolf Hitler materiell und führte in in die Münchner Gesellschaft ein. Der Abschnitt der Verlagschronik zur Zeit im Dritten Reich findet sich hier. Von dort aus gelangt man auch zu den übrigen Abschnitten der Veröffentlichung.

* Lendavai- Dircksen, Erna: Deutsche Meisteraufnahmen Nr. 9, Nordsee-Menschen, München, 1937, Bruckmann Verlag, 24 Seiten plus Umschlag

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Im Jahr 1980 gab die Langeooger Kurverwaltung eine Chronik mit dem Titel „150 Jahre Nordseeheilbad Langeoog“ (siehe Quellenverzeichnis) heraus. Kaum eines der darin abgedruckten Bilder ist beschriftet oder datiert. Ganze 5 Einträge widmen sich der unliebsamen Zeit zwischen 1933 und 1945. Mit keinem Wort werden darin die gesellschaftlichen Umstände dieser Zeit erwähnt. Es folgen Zitate.

Seite 61:

1936
Während der Oktoberflut stürzt die 1920 in Betrieb genommene Strandhalle ein. Sie wurde unterspült.

1937
Am 2.7.37 wird der Betrieb der Pferdebahn eingestellt. Am gleichen Tag erfolgt die erste Fahrt der dieselbetriebenen Inselbahn. Baubeginn für en Ausbau von Hafen und Flughafen für militärische Zwecke.

1938
Langeoog bekommt ein neues Rathaus.

Seite 65:

1939-1945
Einstellung des Badebetriebes während der Kriegszeit

1941
Vollendung des Hafens

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