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Posts Tagged ‘Bombe’

Gisela Hennig kam nach dem Krieg nach Langeoog und lebt bis heute auf der Insel. Sie verfasste die Autobiographie „Ein Leben wie Ebbe und Flut“ (siehe Literaturliste), in der sie ihre ersten Jahre auf der Nordseeinsel dokumentierte. Für dieses Blog von Interesse ist Ihre Schilderung bei der Anklunft auf der Insel am 1. Juni 1949 (Seite 18): Eine riesige schwarze Fläche zog sich vom Hafen bis fast zu den Dünen und dem Dorfrand entlang. Kein Hälmnchen Gras, kein Busch, kein Baum! Eine Mondlandschaft aus Asphalt, aufgepflügt in mächtigen Schollen – eine ehemaliger Militärflugplatz! Überall Reste des vergangenen Krieges: alte Baracken, Splitterschutzgräben, Bunker. Die breiten betonierten Landebahnen halbseitig aufgesprengt.

Gisela Hennig sollte als Wirtschaftsleiterin in den neu eingerichteten Kinderheimen arbeiten. Sie berichtet davon, dass sie und die anderen Neuankömmlinge den vier verschiedenen Sozialstationen von Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Innere Mission und Deutschem Roten Kreuz zugewiesen wurden, die alle in den alten Wehrmachts-Baracken lagen (Seite 18): Mir wurde ein kleines Zimmerchen in der so genannten Wiba (Wirtschaftsbaracke) zugeteilt.

Zur weiteren Zukunft der ehemaligen Wehrmachtsbauten schreibt Hennig (Seite 25): Von der ehemaligen Wehrmacht standen mehrere Baracken zum Verkauf oder Abbruch an. Die besten wurden ihm [ihrem Mann Dieter, ON] allerdings von kundigen Insulanern vor der Nase weggeschnappt.

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Aus dem Tagebuch einer jungen Inselbewohnerin. Eintrag vom 1.7.40:

„In der letzten Nacht um 1 Uhr weckte mich meine Mutter, denn die Flak schoss und wir hörten auch Flugzeuge. Wir gingen sofort in den Luftschutzkeller. Nach einer kurzen Zeit wurden es schon wieder ruhig. Ich legte mich dann ins Bett zum schlafen, während die anderen noch aufblieben. Als ich eben eingeschlafen war wurde ich wieder aufgeweckt. Wir waren gerade im Luftschutzkeller, als ein scharfer Knall ertönt. Als wir draußen waren (…) sahen wir eine große Rauchwolke. Mein Vater und Tjark-Georg fuhren sofort weg, denn sie sind beide in der Feuerwehr. Als sie wiederkamen erzählten sie, dass sechs Bomben abgeworfen worden wären und Uli Peters, Heini Peters und unser Gendarm Schuchard, die beim Wasserturm standen, dadurch getötet wurden. Schuchard lebte erst noch, während Uli und Heini Peters sofort tot waren. Unter den 6 Bomben war eine mit Zeitzündung. Die Bewohner der umliegenden Häuser mussten das Gebiet sofort verlassen. Die Bombe explodierte am Mittag. Sie richtete keine größeren Schäden an. Die Bewohner konnten dann wieder in ihre Häuser gehen. Am Nachmittag haben wir uns die Unglücksstelle angesehen. Die Verkaufsbuden von Tillmann und Scharnbeck waren schwer beschädigt. Auch das Dünenschlösschen und die Schokoladenbude hatten viel abgekriegt. Bei Westerkamps Haus war der Giebel eingedrückt und in den Mauern waren Löcher. In den umliegenden Häusern waren die Fenster zertrümmert.“

Das von der Bombe beschädigte Dünenschlösschen

Das von der Bombe beschädigte Dünenschlösschen

Dünenschlösschen von innen

Dünenschlösschen von innen

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