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Zur Jahrhundertfeier 1930: Mein Langeoog!
von Otto Schaffrath, nach der Weise: „Sind wir vereint…“

Du zeigst Dich mir im schönsten Kleide
Nun ich Dich schau vom Wattenmeer…
Auf dir ruht Sonnenschein und Freude
Und lieblich winkt vom Eiland her
Der Wasserturm, das Seefahrtszeichen;
Dort rechts steigt ja das Melkhörn hoch…
So willst Du mir den Frieden reichen
Oh du geliebtes Langeoog! Weiterlesen »

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Kurios mutet der Eintrag von Schuldirektor Windemuth vom 31. Januar 1941 an. Vor einem Jahr hat Deutschland Polen überfallen, die Westmächte ihm daraufhin den Krieg erklärt. Jetzt befindet sich das Land im Luftkrieg mit England, als Windemuth etwas ganz anderes Sorgen bereitet. Er befürwortet in einem Schreiben des Langeooger Bürgermeisters Wagner an den Landesfremdenverkehrsverband Ostfriesland dessen Vorschlag, auf der Insel einen „Nordseegarten“ analog dem „Alpenpflanzgarten“ auf dem Brocken anzulegen. Begründung im Schreiben: Bei den Bauarbeiten der Luftwaffe und Marine und späteren Erweiterungen (Original unleserlich) besteht sehr große Gefahr, dass ein großer Teil hier beheimateter Pflanzen (unleserlich) verdrängt oder aber in ihrem Lebensraum so beschränkt werden, dass die Gefahr besteht, sie auch noch an diesem letzten Platze zu verlieren. Große (unleserlich) schöne und reiche Gebiete sind schon verloren und bei weiteren Arbeiten kann und wird auch auf die Daseinsberechtigung der Pflanzen keine Rücksicht genommen werden. Ich betrachte es als eine Pflicht der lebenden Generation hier zu retten, was noch zu retten ist. Bei dieser Aktion kann ein solcher Garten, der nicht jedermann zugänglich ist, viel Nützliches leisten. Ein entsprechendes Stück Umland bei der Heerhusdünen wäre dazu  sehr geeignet, weil es Dünengelände und (unleserlich) Boden enthält. Die Aufstellung einer Pflanzenliste erübrigt sich hier vorerst, wichtig wäre vor allem erst die Sicherung des Grundstücks beim Fiskus.“ Dem Vorschlag von Herrn Windemuth entsprechend möchte ich die Anlegung eines Nordseegartens in die Wege leiten. Heil Hitler gez. Dr. Wagner Weiterlesen »

Langjährigen Wünschen der Gäste und der Bevölkerung folgend ist in diesem Sommer ein schmuckes Kindergartengebäude entstanden. Es liegt neben dem Warmbad nahe dem Ortsrand, damit die Kinder bei günstigem Wetter so viel als möglich in der Strandburg des Kindergartens vor allem bei schlechtem Wetter aber noch schnell des schützende Heim aufsuchen können. Das Heim steht im gemeinsamen Eigentum des Klosters Loccum und der Gemeinde, die die Baukosten von 10.000 RM (Reichsmark, ON) zu 3/4 bzw. 1/4 aufgebracht haben. betrieben wird der Kindergarten durch die NSV (Nationalsozialistische Volkswohlfahrt, ON), die auch die gesamte Einrichtung des Hauses übernommen hat und die laufenden Ausgaben bestreitet.

Mir liegt das handschriftliche Manuskript einer „Chronik der Inselgemeinde Langeoog bis 1943“ des ehemaligen Leiters der Inselschule vor: Richard Windemuth schreibt auf über 500 Seiten Geschichtliches, Beobachtungen und seine Ansichten zur Insel auf, größtenteils in Sütterlin-Schrift. Im Vorwort heißt es: „Am 1. Oktober 1935 habe ich die Leitung der hiesigen Schule übernommen. Ich nahm mir vor, die bestehende Schulchronik neu anzulegen und eine Ortschronik, aufzustellen und alles über Langeoog zusammenzutragen, was mir irgendwie erreichbar ist. Daß dabei die zeitliche Folge nicht eingehalten werden kann, mag hier besonders erwähnt sein.“ Der Chronik der Burhafer Schule ist zu entnehmen, dass Windemuth ab dem 1. Oktober 1928 hier tätig war und kommissarisch die Verwaltung der ersten  Lehrerstelle übernahm, um die Jahrgänge 5 bis 8 zu unterrichten. Am 1. April 1930 wechselt Windemuth auf die zweite Lehrerstelle in Negenbargen. Weiterlesen »

Internatsgymnasium von obenNach einem Bericht des General-Anzeigers in Rhauderfehn konnten die Verursacher des Feuers im ehemaligen Wehrmachts-Verwaltungsgebäude und späteren Internats auf Langeoog ermittelt werden. Das Gebäude ähnelt aus der Luft einem halben Hakenkreuz und tatsächlich hieß es unter uns Schülern immer, die Wehrmacht habe das Gebäude ursprünglich als vollständiges Hakenkreuz geplant. Aber womöglich waren das haltlose Vermutungen, denn es gibt gute Argumente, die dagegen sprechen (siehe Kommentar von Hendrik Tongers).

Langeoog-Postkarte FokkoKürzlich habe ich bei Ebay eine Postkarte ersteigert, die laut Poststempel am 26. Juli 1958 verschickt wurde. Dem Empfänger-Ehepaar in Lüneburg wurde – zeitlos lapidar – mitgeteilt: „Das Wetter könnte besser sein, ansonsten gefällt es uns aber.“  Interessant ist, dass auf der Vorderseite der Postkarte, die von Fokko Gerdes gedruckt wurde, die Insel in ihrer Vorkriegsform abgedruckt wurde, nämlich mit einem viel schmaleren Fuß, ohne Hafenmole und ohne die großflächigen Aufspülungen rund um das Flithörn, die während der Kriegsvorbereitungen erfolgten. Weitere Abbildungen auf der Vielbilderkarte wie die der fertig gestellten Blumental-Siedlung oder der Diesllok der Inselbahn sprechen für eine Datierung nach Beginn der Kriegsvorbereitungen auf der Nordseeinsel  – die in diesem Fall noch mit Bindestrich als „Nordsee-Insel“ geschrieben wurde. Dass allerdings die Beschriftung im zentralen Kartenbild „Nord-See“ lautet, ist auch für die damalige Zeit ein kaum zu verzeihender Schreibfehler.

Schon bei einer anderen Postkarte ist es mir aufgefallen: Die Hakenkreuze in den Flaggen sind ungewöhnlich kräftig und immer gut zu erkennen: Obwohl sie im Wind flattern ist auf allen das ganze Hakenkreuz sichtbar und nur leicht verzerrt. Mit anderen Worten: Es ist sehr wahrscheinlich, dass hier alte Postkartenmotive der „neuen Zeit“ angepasst wurden.

Postkarte Langeoog Hafen_klein

Und hier ein vergrößerter Ausschnitt:

Postkarte Langeoog Hafen_Ausschnitt