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Archive for the ‘Vorkriegszeit’ Category

Wie umfassend die Eingriffe des Menschen im Dritten Reich waren, dokumentiert eine Postkarte aus der Zeit davor: Die heutige Mole fehlt, der Hafen befand  sich dort, wo unter der Leitung der Wehrmachts ein neuer Deich gebaut wurde. Ebenso fehlen der westliche Seedeich und die großen Rollfelder des Militärflughafens.

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In der Chronik des vormaligen Langeooger Schulleiters Windemuth ist auch eine Anzeige vom 24. September 1921 zur Einrichtung einer Privatschule dokumentiert: „Um berechtigten Forderungen der Gegenwart in erzieherischer und unterrichtlicher Beziehung entgegen zu kommen, beabsichtigen wir für Knaben und Mädchen im schul- und nachschulpflichtigen Lebensalter eine höhere Privatschule mit Pensionat für Auswärtige zu errichten, deren Lehrplan sich dem der Unter- und Mittelstufe der höheren Lehranstalten anschließt. Ziel der Schule ist, die Kinder für die Untersekunda der höheren Knabenschulen und die entsprechende Klasse der höheren Mädchenschulen vorzubereiten, und dasjenige Maß von Bildung zu vermitteln, das in der Prüfung für Einjährig-Freiwillige verlangt wird. Die gesundheitliche Überwachung übernimmt der Badearzt. Nähere Auskunft erteilen und Meldungen nehmen entgegen die Unterzeichneten. Pastor Harms, Rektor Vogel, Lehrer Körber, Bade- und Inselarzt Dr. Bunse.“ (mehr …)

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Ausriss aus einem Prospekt von 1935Ich habe mal wieder was bei Ebay ersteigert. Dieses Mal den vergilbten Ausriss aus einem Fremdenverkehrsführer von 1935. Der Händler hat tatsächlich die Seiten einzeln verkauft – ich erhielt Seite 263/264 mit vier Bildern von und einem Text zu Langeoog. Drei der Aufnahmen sind mit einem Bildnachweis ausgestattet: „Joh. Tillmann, Langeoog“. An anderer Stelle habe ich schon mal vom „Photo-Atelier Tillmann“ gelesen.  Vielleicht ein Vorgänger von Photo Phorst oder Photo Meyer? Wer was weiß oder jemanden kennt, der was weiß, soll es hier eintragen! Jedenfalls ist an den Bildern nichts Spektakuläres: Dünen, Pferdekutschenbahn im Wasser, Hotel Germania (heute Hotel Lamberti) mit einem Teil des alten Fokko Gerdes-Geschäfts, das früher mal richtig hübsch aussah und „Strandleben in Langeoog“ mit Strandkörben, fahrbaren Umkleidekabinen und zahlreichen Hakenkreuzflaggen im Wind. (mehr …)

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Zur Jahrhundertfeier 1930: Mein Langeoog!
von Otto Schaffrath, nach der Weise: „Sind wir vereint…“

Du zeigst Dich mir im schönsten Kleide
Nun ich Dich schau vom Wattenmeer…
Auf dir ruht Sonnenschein und Freude
Und lieblich winkt vom Eiland her
Der Wasserturm, das Seefahrtszeichen;
Dort rechts steigt ja das Melkhörn hoch…
So willst Du mir den Frieden reichen
Oh du geliebtes Langeoog! (mehr …)

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Mir liegt das handschriftliche Manuskript einer „Chronik der Inselgemeinde Langeoog bis 1943“ des ehemaligen Leiters der Inselschule vor: Richard Windemuth schreibt auf über 500 Seiten Geschichtliches, Beobachtungen und seine Ansichten zur Insel auf, größtenteils in Sütterlin-Schrift. Im Vorwort heißt es: „Am 1. Oktober 1935 habe ich die Leitung der hiesigen Schule übernommen. Ich nahm mir vor, die bestehende Schulchronik neu anzulegen und eine Ortschronik, aufzustellen und alles über Langeoog zusammenzutragen, was mir irgendwie erreichbar ist. Daß dabei die zeitliche Folge nicht eingehalten werden kann, mag hier besonders erwähnt sein.“ Der Chronik der Burhafer Schule ist zu entnehmen, dass Windemuth ab dem 1. Oktober 1928 hier tätig war und kommissarisch die Verwaltung der ersten  Lehrerstelle übernahm, um die Jahrgänge 5 bis 8 zu unterrichten. Am 1. April 1930 wechselt Windemuth auf die zweite Lehrerstelle in Negenbargen. (mehr …)

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Am 12. Juli 1936 veröffentlichte der Landesverkehrsverband Ostfriesland, Emden, diese kleine, nur 2,5 Zentimeter breite und 9 Zentimeter hohe Annonce im „Reiseblatt“, dem Reiseteil der Frankfurter Zeitung, auf Seite 3. Der Landesverkehrsverband Ostfriesland existierte auch nach dem 2. Weltkrieg weiter und fusionierte in den 1960er Jahren mit dem Fremdenverkehrsverband Weser-Ems zum Fremdenverkehrsverband Nordsee.

Anzeige Langeoog

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Die folgende Schilderung ist dem Roman „Nichts ist als ich und du“ von Wilhelm Breves aus dem Jahr 1924 entnommen. Die Existenz eines Pastors Böttcher auf Langeoog ist vom Sachbuchautor Dr. Rudof Bielefeld bezeugt. In der nachfolgend zitierten Passage geht es um ein Dorf, dass sich zur Zeit der Handlung des Romans Anfang des 18. Jahrhunderts am östlichen Ende der Insel befunden haben soll.

„Als der Abend kam und seine Dämmerung über das Seegat zwischen Spiekeroog und Langeoog legte und über die Insel schlich, stand Pastor Christian Böttcher an der Stelle, wo einst das Dorf gelegen hatte und nur noch ein paar Bretter und zertretenes Gerät davon kündeten, dass hier vor kurzem noch Menschen gelebt und gehaust hatten: nur das Kirchlein hatten sie vergessen, wie die Pastorei, verlassen und arm an den Dünen, und der Sommerwind hatte den Sand bis an die Fenster geschüttet und vor die Türen gelagert und das Blumenbeet und den Grasplatz im Garten und das kleine Stück Gemüseland bedeckt. Es war alles so einsam und so kläglich, dass es dem Pastor vor Weh feucht in den Augenwickeln wurde und er sich umwandet, dem tröstenden, murmelnden Meer zu, das vom gleißenden Abendrot überflutet war. “ (Seite 39)

„Das neue Dorf – hier lag es im Osten, in die Dünen gebette, hier lagen die Hütten, notdürftig zusammen gezimmert, Ritzen mit Gräsern und Tang ausgestopft, mit Löchern im Dach, dass der Regen indie Kammer tropfen konnte. Der Rauch stieg bei einigen Katen aus allen Spalten. Langeoog, glückliches Langeoog! dachte Christian Böttcher bitter. Er sah schlampig gekleidete Frauen in ihren Krippen vom Boot kommen, die Wassereimer in der Hand. Er strich Kindern mit schmutzigen Stupsnasen über den struppigen Kopf; sie sahen ihn aus wasserblauen Augen an, grölten und liefen in die Hütten.“ (Seite 44/45)

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